Pergola selber bauen: Bauteile, Maße, Reihenfolge
Von Kai Bönke, Holzpool Lausitz · 21. August 2026
Eine Pergola ist ein ehrliches Bauprojekt: vier Pfosten, zwei Balken, ein paar durchdachte Verbindungen — und aus einer freien Ecke im Garten wird ein Platz mit einem Dach aus Licht und Schatten. Wer eine Pergola selber bauen möchte, braucht dafür keine Zimmererausbildung. Was es braucht, sind eine saubere Planung, passende Bauteile und die richtige Reihenfolge.
Genau darum geht es in dieser Bauanleitung. Wir konfektionieren Pergola-Bauteile in Cottbus und versenden sie seit Jahren in ganz Deutschland — Reiter, Kopfbänder, Leimholzbögen. Aus den vielen Rückfragen von Selbstbauern wissen wir ziemlich genau, wo die Stolperfallen liegen. Hier ist der Weg von der Skizze bis zur fertigen Pergola: Stückliste für 3 × 3 Meter, Fundament, Aufbau in sechs Schritten, Holzschutz.
Planung und die Genehmigungsfrage
Bevor Sie Holz bestellen, lohnen drei Blicke. Erstens auf den Standort: Wie steht die Sonne, wohin läuft das Regenwasser, liegen Leitungen im Boden? Zweitens auf die Maße: 3 × 3 Meter sind ein bewährtes Format für eine freistehende Garten-Pergola, als Durchgangshöhe haben sich rund 2,20 Meter bewährt — hoch genug für Mensch und Rankpflanze, niedrig genug für ein ruhiges Erscheinungsbild. Drittens auf die Grundstücksgrenze: Zum Nachbarn gehören Abstand und im Zweifel ein kurzes Gespräch.
Zur Genehmigung: Eine freistehende Pergola ohne geschlossenes Dach gilt in Brandenburg in vielen Fällen als verfahrensfreies Vorhaben — abhängig von Größe, Höhe und Lage auf dem Grundstück. Die Einzelheiten regelt die Brandenburgische Bauordnung, und das letzte Wort hat immer die Kommune. Unser Rat aus Erfahrung: ein kurzer Anruf beim Bauamt vor dem ersten Spatenstich. Das kostet zehn Minuten und erspart im Ernstfall den Rückbau. Rechtsberatung können und wollen wir damit nicht ersetzen — verbindlich ist allein die Auskunft Ihres Bauamts.
Und falls Sie beim Lesen merken, dass Sie lieber planen und bauen lassen: Auch das ist ein guter Weg. Carports und Pergolen planen und montieren wir in Cottbus und der Lausitz, auf Wunsch mit 3D-Visualisierung.
Die Stückliste: eine 3 × 3-Meter-Pergola
Als Faustregel für eine freistehende Pergola mit 3 × 3 Metern Grundfläche:
| Bauteil | Stückzahl | Hinweis |
|---|---|---|
| Pfosten, z. B. 9 × 9 cm | 4 | Länge je nach Durchgangshöhe und Pfostenträger |
| Riegel (Querbalken), 3 m | 2 | Balkenbreite bestimmt die Reiter-Aussparung |
| Pergola-Reiter | 6 | alle 50 bis 60 cm einer |
| Kopfbänder | 8 | zwei je Pfosten, also zwei 4er-Sets |
| Pfostenträger | 4 | H-Anker oder aufschraubbarer Stützenfuß |
| Leimholzbögen | optional | für ein gebogenes Dach oder als Rankbögen |
| Holzbauschrauben, verzinkt oder Edelstahl | nach Bedarf | immer vorbohren |
Pfosten und Riegel sind das Grundgerüst — Konstruktionsvollholz (KVH) ist hier die maßhaltige, berechenbare Wahl. Ein Querschnitt von 9 × 9 cm trägt eine Garten-Pergola dieser Größe zuverlässig und passt zu den gängigen Bauteilmaßen. Die beiden Riegel verbinden je zwei Pfosten und tragen später die Reiter.
Der Reiter ist das Herzstück. Das ist das Bauteil, das quer auf dem Riegel sitzt und der Pergola ihr Gesicht gibt: Die Reihe der Reiter bildet das offene Dach, trägt Rankhölzer oder Bewuchs und sorgt für das typische Licht-Schatten-Spiel. Entscheidend ist die Aussparung an der Unterseite — sie muss zur Breite Ihres Riegels passen, damit der Reiter satt aufsitzt statt zu kippeln. Deshalb gibt es unsere Pergola-Reiter mit Aussparungen von 4, 7, 8 und 9 cm; der Standardreiter misst 4,5 × 9 × 60 cm, für Konstruktionen mit doppelter Auflage gibt es den Doppelreiter mit 4 × 9 × 75 cm. Die Faustregel für den Abstand: alle 50 bis 60 cm ein Reiter. Für 3 Meter Länge sind das sechs Stück — genau darauf ist das 6er-Set ausgelegt.
Kopfbänder sind die kurzen Diagonalhölzer zwischen Pfosten und Riegel. Ohne sie wackelt auch die schönste Konstruktion, denn erst die Dreiecke halten die Pergola im rechten Winkel. Rechnen Sie zwei je Pfosten — eines in Längs-, eines in Querrichtung. Unsere Kopfbänder messen 4,5 × 9 × 35 cm, kommen beidseitig auf 45 Grad gekappt und fluchten mit 9er-Pfosten bündig; ein 4er-Set versorgt zwei Pfosten.
Bögen sind optional — aber sie machen aus vier Pfosten eine Pergola mit Charakter. Unsere Leimholzbögen sind aus Fichtenlamellen formverleimt und dadurch formstabil: Sie behalten ihre Krümmung, statt sich mit der Zeit zu verziehen. Mit 189 cm Länge und rund 4 kg Gewicht lassen sie sich gut allein verarbeiten, etwa als geschwungene Dachelemente auf dem Rahmenholz.
Fundament und Pfostenträger
Die wichtigste Regel im Außenholzbau ist unspektakulär: Holz gehört nicht in die Erde. Ein Pfosten, der im Boden oder dauerhaft im Wasser steht, fault von unten — egal wie gut er imprägniert ist. Deshalb steht jeder Pfosten auf einem Pfostenträger, der ihn ein Stück über dem Boden hält und das Hirnholz belüftet.
Zwei Wege haben sich bewährt. Auf gewachsenem Boden setzen Sie vier Punktfundamente aus Beton — frostfrei gegründet, in unserer Region heißt das etwa 80 cm tief. In den frischen Beton kommt je ein H-Pfostenanker, sauber ausgerichtet und in der Flucht der Schnur. Auf einer bestehenden Beton- oder Pflasterfläche ist es einfacher: Dort werden aufschraubbare Stützenfüße gedübelt, fertig. In beiden Fällen gilt: lieber zweimal messen als einmal stemmen — ein schief gesetzter Anker verfolgt Sie durch den ganzen Aufbau.
Wer unsicher ist, welcher Untergrund was braucht, schickt uns ein Foto der Fläche. Das klären wir schneller am Telefon als Sie ein zweites Fundament ausschachten.
Der Aufbau in sechs Schritten
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Abstecken und ausmessen. Markieren Sie die vier Pfostenpunkte mit Schnur und Pflöcken. Rechtwinklig ist das Quadrat erst, wenn beide Diagonalen exakt gleich lang sind — messen Sie beide, nicht nur die Seiten.
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Fundamente und Pfostenträger setzen. Wie oben beschrieben: Punktfundamente gießen und H-Anker einsetzen, oder Stützenfüße auf die Bestandsfläche dübeln. Frischem Beton geben Sie ein paar Tage zum Aushärten, bevor Last daraufkommt — die Wartezeit ist die beste Gelegenheit, das Holz vorzuschneiden.
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Pfosten stellen. Jeden Pfosten in den Träger stellen, mit der Wasserwaage in beiden Richtungen ins Lot bringen und mit schräg angeschraubten Dachlatten provisorisch abstützen. Dann im Pfostenträger verschrauben. Die Stützlatten bleiben dran, bis die Kopfbänder sitzen.
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Riegel montieren. Die beiden Querbalken auf je ein Pfostenpaar auflegen, mit der Wasserwaage prüfen und verschrauben. Vorbohren ist hier keine Kür: Gerade am Balkenende reißt unvorgebohrtes Holz gern ein.
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Kopfbänder anschrauben. Jetzt kommt die Aussteifung: je Pfosten zwei Kopfbänder im 45-Grad-Winkel zwischen Pfosten und Riegel, je Seite zwei Schrauben schräg über die Hirnholzflächen, vorgebohrt. Erst mit den Kopfbändern steht die Konstruktion steif — danach können die Stützlatten ab.
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Reiter aufsetzen. Die Reiter mit ihrer Aussparung auf die Riegel setzen, alle 50 bis 60 cm einen, die Abstände gleichmäßig einteilen und die Überstände an beiden Enden gleich lang lassen. Befestigt wird je Auflage mit zwei Schrauben schräg durch die Flanke in den Balken — vorbohren, damit das Hirnholz nicht reißt. Wer Bögen eingeplant hat, montiert sie zum Schluss auf das Rahmenholz.
Ein ehrliches Wort zum Zeitbedarf: Mit gesetzten Fundamenten ist der Aufbau zu zweit gut an einem Wochenende zu schaffen. Die Fundamente selbst brauchen wegen der Aushärtezeit ihren eigenen Vorlauf — planen Sie das ein, statt am Samstagmittag auf den Beton zu warten.
Holzschutz und Pflege
Kesseldruckimprägnierte Bauteile (KDI) können Sie ohne Vorbehandlung verbauen — die Imprägnierung schützt dauerhaft gegen Witterung. Eine Ausnahme gibt es: Überall dort, wo Sie sägen oder bohren, ist der Schutz geöffnet. Schnittflächen deshalb mit einem Schnittschutzmittel nachbehandeln, dann bleibt die Hülle geschlossen.
Wichtiger als jeder Anstrich ist der konstruktive Holzschutz, und der ist zum Glück längst eingebaut, wenn Sie bis hierher gelesen haben: Pfostenträger statt Erdkontakt, belüftete Anschlüsse, Wasser, das ablaufen kann. Wer den frischen Holzton erhalten möchte, arbeitet nach der Durchtrocknung mit einer offenporigen Lasur — deckender Lack ist draußen die schlechtere Wahl, weil er Feuchtigkeit einsperrt, statt sie atmen zu lassen. Nötig ist ein Anstrich bei KDI-Holz nicht; unbehandelt vergraut es mit den Jahren gleichmäßig.
Danach ist die Pflege überschaubar: einmal im Jahr über die Verschraubungen schauen, nachziehen, was sich gelockert hat, und den Bewuchs im Zaum halten. Und falls nach vielen Jahren doch einmal ein einzelnes Bauteil aufgibt, muss deshalb keine neue Pergola her — wie Sie Reiter, Kopfband oder Balken einzeln tauschen, zeigen wir in einem eigenen Ratgeber.
Die passenden Bauteile aus Cottbus
Alles, was diese Bauanleitung an Spezialteilen voraussetzt, konfektionieren wir selbst — aufeinander abgestimmt: Reiter auf die Riegel, Kopfbänder in die Ecken, Bögen aufs Rahmenholz. Bestellt wird bequem über unsere eBay-Angebote; bei Sondermaßen oder größeren Mengen lohnt die direkte Anfrage — dann sprechen Sie mit dem, der es fertigt.
